Archiv der Kategorie: Fernsehen

TV-Szene in der Schweiz

TeleNapf als erster Regionalsender auf Swisscom TV

telenapfTeleNapf aus dem Kanton Luzern wird im Februar schweizweit auf Swisscom TV als erster
Regionalsender der Deutschschweiz in HD empfangbar sein.
TeleNapf besteht seit 19 Jahren.

1995 vom „Willisauer Boten“ gegründet, wird er seit 1998 durch Werner Kost geführt. Damit ist TeleNapf das älteste und beständigste Regionalfernsehen der Zentralschweiz. Zuerst war man in Willisau und Umgebung in 4 800 Haushalten als reiner Birdschirm-Text zu empfangen. Schon bald hielten eigenproduzierte Reportagen und Filme Einzug.

Jetzt folgt der Schritt auf Nationale Ebene. Ab Mitte Februar soll TeleNapf auf SwisscomTV schweizweit für jeden Kunden empfangbar sein. Und dies ist nicht die einzige Sensation, TeleNapf heisst ab sofort neu „Tele Zentralschweiz“ und ist der erste Lokalsender der Deutschsprachigen Schweiz, der in HD sendet.

Der Sender TeleNapf hatte diesen Namen seit der Geburt, 2002 kam das Sendegebiet um den Sempachersee dazu, dort hiess der Sender „Tele Pilatus Blick“. Das Gebiet wurde ständig vergrössert, alles ausserhalb des Kerngebietes wurde Tele Pilatus Blick genannt. 2012 Wurde aus „Tele Pilatus Blick“ bereits „Tele Zentralschweiz“, nun wird aber das komplette Gebiet neu benennt.

Neben Swisscom TV wird der Sender aber auch auf anderen Netzen neu empfangbar sein, die alten Netze
bleiben bestehen.

Studie zu Radio und Fernsehen: Private TV-Programme teilweise zufriedenstellend

Biel/Bienne, 20.12.2013 – Knapp die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist mit den Programmen der Regionalfernsehen zufrieden. Die Fernsehprogramme der SRG SSR und der Lokalradios sagen rund 60 Prozent der befragten Personen zu. Spitzenreiter im gesamten Rundfunkbereich sind die Radioprogramme der SRG, die rund 75 Prozent der Befragten gefallen. Dies ergab eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM), für die im Frühjahr 2013 rund 3600 Interviews durchgeführt wurden.

Die privaten Fernsehprogramme kommen bei knapp der Hälfte des ansässigen Publikums gut an. Einbussen bei der Publikumsgunst haben die privaten TV-Stationen bei der Qualität der Herstellung ihrer Programme sowie ihrem Unterhaltungswert zu verzeichnen: Bei fast allen erhobenen Qualitäts-Merkmalen schneiden sie schlechter ab als die Radio- und Fernsehprogramme der SRG und die privaten Lokalradioprogramme. Die Regionalfernsehen werden als weniger professionell, weniger informativ und weniger ausgewogen eingeschätzt als diejenigen der Radio- und Fernsehkonkurrenz. Zudem werden die Regionalfernsehen von allen beurteilten Rundfunkprogrammen als die am wenigsten unterhaltsamen eingestuft. Bei einem Merkmal sind die Regionalfernsehprogramme der Radio- und Fernsehkonkurrenz jedoch überlegen: Beim Stellenwert des Lokalen, den ihre Programme in den Augen des Publikums haben. Hier liegen sie vor der Konkurrenz. Mit ihrem starken Bezug zum lokal-regionalen Geschehen erfüllen sie den Auftrag des Bundes beziehungsweise ihrer Konzession.

Lokal-regionale Information

Eine Studie zu den Regionalfernsehprogrammen aus dem Jahr 2012 bestätigt, dass die meisten Nachrichtensendungen der konzessionierten Regionalfernsehen die Ereignisse ihrer Umgebung stark berücksichtigen. Im Durchschnitt haben mehr als acht von zehn Beiträgen einen Bezug zum konzessionierten Sendegebiet und erfüllen damit ihren Auftrag. Überdurchschnittliche Regionalbezüge wurden für die Sender Canal Alpha, TeleBielingue, TeleTicino, Léman Bleu, Canal 9, Tele 1 und TeleBasel festgestellt.

Nutzung von Radio und TV-Programmen in der Schweiz 2013 (IPMZ):
Die Repräsentativbefragung des Schweizer Medienpublikums 2013 wurde an der Universität Zürich im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation im Rahmen der kontinuierlichen Begleitforschung unter der Leitung von Prof. Heinz Bonfadelli und Dr. Benjamin Fretwurst durchgeführt. Die Feldarbeit besorgte das Institut Demoscope mittels Telefoninterviews (CATI). Die Stichprobenziehung erfolgte im Zufallsverfahren mit Quoten nach Alter, Geschlecht und Lokalräumen. Zwischen dem 12. Februar und dem 30. März 2013 wurden insgesamt 3607 Interviews durchgeführt. Inhaltlich fokussiert die Studie auf Qualitätsbeurteilungen der Schweizer Radio- und Fernsehprogramme durch das Publikum. Die Studie 2013 kostete 162‘900.- Franken.

Kontinuierliche Fernsehprogrammforschung in der Schweiz 2012 (Universität Freiburg):
Die Analyse der Programme der Regionalfernsehstationen 2012 wurde durch die Universität Freiburg im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation im Rahmen der kontinuierlichen Programmbeobachtung unter der Leitung von Prof. Steffen Kolb erstellt. Die Programme der konzessionierten Stationen sowie des meldepflichtigen TeleZüri wurden in der Woche vom 26. März bis 1. April und in der Woche vom 8. bis 14. Oktober 2012 untersucht. Die Programmanalysen des Regionalfernsehens beschränken sich auf die Informationsangebote während der Hauptsendezeit. Die Information ist der einzige regulierte Bereich des Regionalfernsehens (siehe unten). Die Studie kostete 118‘879.- Franken.

Die Studien sind Teil eines Forschungspakets zur Beobachtung der Programmqualität von Radio und Fernsehen. Das Forschungsprogramm soll die öffentliche Diskussion über die Leistungen der Radio- und Fernsehsender anregen.

Programmauftrag der konzessionierten Regionalfernsehstationen:
Die Konzessionärin veranstaltet ein tagesaktuelles regionales Fernsehprogramm, das vorwiegend über die relevanten lokalen und regionalen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge informiert sowie zur Entfaltung des kulturellen Lebens im Versorgungsgebiet beiträgt.

Die Konzessionärin stellt werktags während den Hauptsendezeiten (18 bis 23 Uhr) sicher, dass ihre lokalen und regionalen Informationsangebote:
a. in erster Linie relevante Informationen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport beinhalten;
b. thematisch vielfältig sind;
c. eine Vielfalt an Meinungen und Interessen wiedergeben;
d. eine Vielfalt von Personen beziehungsweise Personengruppen zu Wort kommen lassen und
e. das gesamte Versorgungsgebiet berücksichtigen.

AZ Medien lancieren 2014 neuen TV-Sender «TV24»

azmedienAZ Medien investieren weiter in das private TV-Geschäft und lancieren 2014 den neuen Sender «TV24».
Der neue TV-Sender wird sowohl Schweizer Eigenproduktionen, Dokumentationen, Serien und Spielfilme als auch lokale und überregionale News aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport ausstrahlen. «TV24» ergänzt das vorhandene TV-Portfolio der AZ Medien mit den Sendern TeleZüri, Tele M1 und TeleBärn und profitiert von deren langjähriger Erfahrung in den Bereichen Vermarktung, Programm, Technik und Distribution.

Mit der Lancierung von «TV24»  bekräftigen AZ Medien ihr Bekenntnis zum privaten TV-Geschäft und setzen vermehrt auf die digitale TV-Nutzung.

Der Sendestart ist für das 2. Quartal 2014 geplant.

UBI weist Mörgeli-Beschwerden ab

Bern, 06.12.2013 – Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) wies drei Beschwerden von Nationalrat und Professor Christoph Mörgeli mit jeweils 8:0 Stimmen ab. Das Fernsehen SRF hat mit den Beiträgen über seine Rolle als „Doktorvater“ das Programmrecht nicht verletzt. Auch Beschwerden des Bistums Chur und eines Bürgers, der dem Fernsehen Hetze gegen Israel vorwarf, erachtete die UBI als unbegründet.

Das Fernsehen SRF berichtete in den Sendungen „Rundschau“ und „10 vor 10“ mehrfach kritisch über die Art und Weise, wie am Medizinhistorischen Institut der Universität Zürich, wo Christoph Mörgeli als Professor wirkte, Dissertationen betreut und angenommen wurden. Christoph Mörgeli rügte in seinen Beschwerden, dass die Beiträge seine berufliche Integrität herabgewürdigt und falsche Informationen vermittelt hätten. Die UBI hielt in der öffentlichen Beratung am Freitag fest, dass Mörgeli in der Sendung seine Sicht der Dinge ausgiebig darstellen konnte. Sie kam auch zum Schluss, dass primär die Wissenschaftlichkeit der Dissertationen und nicht die Person des Doktorvaters kritisiert wurde. Deshalb wies sie alle drei Beschwerden einstimmig ab. Bei der Behandlung dieser Fälle war UBI-Präsident Roger Blum wegen eines Mörgeli-kritischen Tweets in den Ausstand getreten.

Eine weitere Beschwerde stammte vom Bistum Chur. Dieses rügte, die „Rundschau“ des Fernsehens SRF habe Bischof Vitus Huonder einseitig ins Zentrum eines Beitrags gestellt, welcher ihm eine Entzweiung der Kirchenbasis vorwirft. Nicht nur er, sondern auch die Bischöfe von Basel und St. Gallen seien nach Rom zitiert worden, und die „Pfarrei-Initiative“ werde von allen drei Bischöfen abgelehnt. In der UBI war umstritten, ob die Sendung das Programmrecht verletzt habe. Mit 6:3 Stimmen wies sie die Beschwerde ab. Die Mehrheit argumentierte, im Fokus des Beitrags habe nicht die „Pfarrei-Initiative“ gestanden, sondern das Dialogverhalten des Churer Bischofs bei verschiedenen Konflikten in der Katholischen Kirche. Als Person des öffentlichen Lebens müsse er die Kritik und Kontrolle der Medien aushalten. Die Minderheit erachtete die Mängel des Beitrags als so schwerwiegend, dass sie die Sachgerechtigkeit als verletzt sah.

Schliesslich hatte die UBI zu entscheiden, ob ein Interview in der Sendung „Sternstunde Religion“ des Fernsehens SRF mit der in Palästina lehrenden Politikprofessorin Helga Baumgarten einseitig israelfeindlich und voller sachlicher Fehler war. Der Beschwerdeführer hatte dem Beitrag systematische Verfälschung der Fakten vorgeworfen, so dass er geeignet gewesen sei, „Antisemitismus und Hass auf den jüdischen Staat“ zu fördern. Die UBI war sich einig darin, dass für das Publikum genügend transparent war, vor welchem Hintergrund die mit einem Palästinenser verheiratete und in Ost-Jerusalem lebende deutsche Professorin argumentierte. Von Hass gegen Israel könne keine Rede sein. Umstritten war, ob die Beschwerde teilweise gutgeheissen werden sollte, weil ein eingestrahlter Film von 1977 die Problematik der jüdischen Einwanderung und Landnahme simplifizierte. Nach eingehender Diskussion beschloss die UBI mit 9:0 Stimmen, den Antisemitismus-Vorwurf der Beschwerde zurückzuweisen, und mit 8:1 Stimmen, auch wegen des eingespielten Films keine Verletzung des Sachgerechtigkeitsgebots anzunehmen, weil sich das Publikum insgesamt eine eigene Meinung zur Sendung bilden konnte.

Sobald die schriftliche Begründung vorliegt, können Entscheide der UBI beim Bundesgericht angefochten werden. Die UBI ist eine ausserparlamentarische Kommission des Bundes. Sie besteht aus neun nebenamtlichen Mitgliedern. Die UBI hat auf Beschwerde hin festzustellen, ob ausgestrahlte Radio- und Fernsehsendungen Bestimmungen über den Inhalt redaktioneller Sendungen verletzt haben oder eine rechtswidrige Verweigerung des Zugangs zum Programm vorliegt.