Archiv der Kategorie: Print

Druckausgaben von Zeitungen und Zeitschriften

Basler Zeitung Medien verkauft

„Dr. Tito Tettamanti und der Basler Medienanwalt Martin Wagner übernehmen sämtliche Aktien der Familie Hagemann und der PubliGroupe der «National Zeitung und Basler Nachrichten AG», die als «Basler Zeitung Medien» (BZM) am Markt präsent ist. Tettamanti wird als Mehrheitsaktionär einen Aktienanteil von 75% halten und Martin Wagner 25%. Über die Höhe des Kaufpreises haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Der neue Verwaltungsrat besteht derzeit aus vier Personen, Matthias Hagemann, dem Basler Medienunternehmer Bernhard Burgener, dem Basler Notar Pascal Berger und Martin Wagner, welcher in seiner Funktion als Verwaltungsratspräsident neuer Verleger der Basler Zeitung wird.

In der Unternehmensleitung der Basler Zeitung Medien wird es zu einem Führungswechsel kommen. Beat Meyer, CEO der Unternehmensgruppe, wird die BZM verlassen. Der bisherige CFO, Jürgen Hunscheidt wird dessen Funktion übernehmen. Gleichzeitig übernimmt der bisherige Verlagsleiter Roland Steffen, konzernweit die Funktion als COO (Chief Operating Officer). Beide Manager sind langjährige Leistungsträger des Unternehmens und wie der neue Verleger Martin Wagner mit diesem eng verbunden. Chefredaktor der Basler Zeitung bleibt Matthias Geering. «Damit ist eine gute Basis gelegt für eine erfolgreiche Zukunft der Basler Zeitung Medien», unterstreicht Wagner.“

Soweit zur Pressmeldung …

Bleibt natürlich die Frage, wenn die Mediengruppe in Familienbesitz nicht prosperiert hat, ob sie das dann tut, wenn Investoren die Besitzer sind.

Befürchtet wird, dass ein ähnlicher Prozess abläuft, wie bei der Weltwoche. Unter Einfluss der Besitzer wird ein rechter Kurs angesteuert.

Sollte das in Basel auch das Ziel sein, so düfte es eher schwieriger werden. Die Leute der rot grünen Stadt werden vermutlich an einer rechts bürgerlichen Zeitung nicht interessiert sein. Das Abonnentensterben geht weiter. Die Attraktivität für Inserierende sinkt.

Der Plan war gut gedacht, die Unabhängigkeit zu behalten, aber, ob das so gut geht?

Ich bin  skeptisch.

50 Jahre Blick – neues Layout zum Jubiläum

Nach den grossen Tageszeitungen NZZ und Tages-Anzeiger hat der kleinere Blick, nicht was die Auflage betrifft, ebenfalle ein neues Layout. Fielen die Anpassungen der beiden Zürcher Zeitungen moderat aus, so hat der Blick auf ein grösseres Format gewechselt.

Warum, ist nicht ganz ersichtlich. Hängt es damit zusammen, dass die Blickleser in die Jahre gekommen sind eine grössere Schrift benötigen und diese mehr Papier braucht und daher das Tabloid-Format zu klein ist?

Sind die schwindenden Zahlen der Leserinnen und Leser schuld? Möchte mit einem grösseren Format wieder mehr Gewicht haben?

Vielleicht ist es auch ein Versuch sich von den Gratiszeitungen abzusetzen, die ausnahmslos kleinere Formate haben.

Boulevard- und Kampagnen-Journalismus ist nach wie vor gefragt. Allerdings ist fraglich, ob das in der Form dieses Formats, das Blick gewählt hat, nochmals 50 Jahre so weiterläuft.

Tages-Anzeiger in neuem Layout

Nach der NZZ hat auch der Tages-Anzeiger die Zeitung renoviert. Fast mit gleichem Konzept, was die Zusammenfassung der Bünde anbelangt, auch weniger, dafür dicker.

Typografisch gibt es mehr Raum für Text, die Erscheinung ist etwas stärker auf schwarz ausgerichtet. Damit werden die Beiden Zürcher Zeitungen NZZ und Tages-Anzeiger einander ähnlicher. Ob das Zufall ist, solide Recherche, was die Leserinnen und Leser der Zeitung wollen, der gleiche Trend im Editorial Design durchschlägt, ist offen.

Bin jedenfalls gespannt auf die Reaktionen.

NZZ in neuem Design und neuem Konzept

Die Neue Zürcher Zeitung hat das Design der Printausgabe leicht renoviert. Der grosse Schritt zur Tabloid-Ausgabe wurde noch nicht gewagt. Man mutet der Leserin oder dem Leser nur kleine Änderungen zu.

Das typografische Konzept ist an die neuen visuellen Gewohnheiten, die man bereits von anderen Printprodukten kennt angepasst. Etwas mehr Luft (weiss) etwas weniger Bleiwüste (schwarz).

Hervorsticht die Headline auf der Titelseite der einzelnen Bünde. Sie enthält Teaser-Texte auf einzelne Artikel innerhalb des Bundes. Man gewinnt so rasch einen Überblick und kann sich entscheiden, wo man mit Lesen beginnen soll.

Die Bünde sind dicker geworden und umfassen verschiedene Rubriken. Das ist etwas problematisch, wenn mehrere Personen die gleiche Ausgabe gleichzeitig lesen. Die Zeitung ist nun nicht mehr so gut teilbar.

Alles in allem sicher eine Annäherung an aktuelle visuelle Konzepte. Der grosse Wurf ist es aber noch nicht. Vermutlich wurde die Chance verpasst die Verknüpfung der Onlinewelt mitzudenken.