Journal21 professioneller Web 2.0 Journalismus

Professioneller Web 2.0  Journalismus ist mit der Website Journal21.ch nun online. Internet sei Dank, fallen die Kosten für den Vertrieb nichtmehr bei den Informationsproduzenten, sondern bei den Leserinnen und Lesern an. Was bleibt ist die Informationsproduktion. Mit Journal21 haben sich verschiedene renomierte Journalistinnen und Journalisten eine Plattform geschaffen auf der in wohltuender Breite Hintergrundberichte zu verschiedenen Themen aus Politik, Kultur, Wirtschaft etc. publiziert werden. Die Beiträge heben sich deutlich ab vom 20 Minuten und Abend Blick Kurzfutter.

Das journalistische Spektrum der Personen reicht von freischaffenden Journalistinnen und Journalisten bis zu pensonierten Fachleuten, die eine Meinung haben und diese kundtun wollen.

Besonders hervorzuheben ist der Umgang mit dem Copy-Right. „Alle Artikel und Beiträge von „Journal 21“ können mit Quellenangabe („Journal 21″ und Name der Autoren) kostenfrei abgedruckt werden.“

Ich bin gespannt, wie sich die Plattform weiterentwickelt. Der Start ist auf jeden Fall gelungen.

Jahrbuch 2010 „Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera“ Qualitätsverlust der Medien belastet die Demokratie

Die schweizerischen Medien befinden sich mitten in einem fundamentalen Transformationsprozess: Die Verschiebung der Mediennutzung zu einer Gratiskultur Online und Offline fördert zusammen mit der massiv verschlechterten finanziellen Situation eine Qualitätserosion in der grossen Tradition der schweizerischen Publizistik. Ein Wandel, der auch auf die Qualität demokratischer Auseinandersetzungen durchschlägt. Dies zeigt das erste Jahrbuch ‚Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera‘, das am 13.8.2010 in Bern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Das vom fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich erstmals herausgegebene Jahrbuch 2010 ‚Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera‘ kommt zu einem insgesamt ernüchternden Befund:
Im einstigen ‚Presseland Schweiz‘ verlieren die in publizistischer Hinsicht zentralen Abonnementszeitungen bezüglich Auflagen, Nutzung und Einnahmen deutlich an Terrain und die redaktionellen Ressourcen schwinden. Gleichzeitig hat die Gratiskultur mit den Onlinemedien und den Pendlerzeitungen auf Seiten der Konsumenten das Kostenbewusstsein für professionellen Journalismus zerstört. Dies unterminiert die Qualität der Informationsmedien, befördert den Konzentrationsprozess, schwächt das Berufsprestige und erhöht die Unzufriedenheit unter den Journalisten. Ausserdem ergeben sich durch das Qualitätsgefälle zwischen schwindenden Bezahl- und wachsenden Gratismedien unterschiedliche Aufmerksamkeitslandschaften für die entsprechenden Publikumsgruppen. Durch diese Entwicklungen wird der wichtigste Service Public in der Demokratie geschwächt: Denn die Qualität der demokratischen Auseinandersetzung ist von den Vermittlungsleistungen der Informationsmedien abhängig.
Qualitätsschwache Medien im Vormarsch
Die publizistische Versorgung durch qualitätsschwache Gratismedien Online wie Offline hat in der Schweiz markant zugenommen, während die Kaufpresse in einer grundsätzlichen Finanzierungskrise steckt. Die Nutzung von Gratiszeitungen und Onlinemedien wird im Vergleich zur Abonnementspresse, sowie dem öffentlichem Radio und Fernsehen weiter zunehmen, da vor allem jüngere Altersgruppen zwischen 15 und 34 in einer Gratiskultur sozialisiert wurden, in der das Episodische und der Human Interest ein ungleich höheres Gewicht hat. Dies gilt gerade auch für die Online-Newssites, die von der Reputation der Medientitel leben, aber nicht über genügende Ressourcen verfügen, um journalistischen Qualitätsanforderungen zu genügen.
Minarettinitiative: Form statt Inhalt
Dass der Qualitätsverlust der Medien in der Schweiz negative Folgen für die Qualität demokratischer Diskurse zeitigt, wurde unter anderem in der Vertiefungsstudie zur Minarettinitiative deutlich. Auffallend ist die Ungleichvertretung zwischen den das Verbot befürwortenden Parteien (drei Viertel der Parteienresonanz) und den ablehnenden Parteien (ein Viertel der
Parteienresonanz). Damit kehren sich in der Medienberichterstattung die Mehrheitsverhältnisse im Parlament exakt um. PR-Aktionen wie das Minarettplakat oder das Minarettspiel erreichen intensive mediale Beachtung. Entsprechend ist die Diskussion stark durch eine Fokussierung auf Formfragen (Stil, Tabubrüche) anstatt auf Inhalte charakterisiert.
Wachsende Binnenorientierung auf Kosten der Auslandberichterstattung
Ausgerechnet im Zeitalter der Globalisierung und zum Zeitpunkt der globalen Wirtschaftskrise schwindet die Weltbeobachtung zugunsten einer Bedeutungsaufwertung des Nationalen und vor allem des Regionalen. Die Binnenorientierung der schweizerischen Medien auf Kosten der Auslandsberichterstattung hat im Zeitverlauf bemerkenswert zugenommen. Die öffentlichen Rundfunkprogramme, vor allem das Radio, sowie die überregionalen Abonnementszeitungen tragen noch am meisten zu einer relevanten Auslandsberichterstattung bei. Allerdings ist auch hier die in der schweizerischen Publizistik traditionsreiche intensive Beobachtung des Weltgeschehens aus drei Sprachräumen heraus deutlich kleiner geworden.
Die neuen Medien – Gratiszeitungen und die Newssites –, jedoch auch die Privatradios und viele Abonnementszeitungen reduzieren die Welt auf Agenturmeldungen. Nutzergruppen, die diese Medien konsumieren, nehmen eine Welt jenseits der Schweiz zur Kenntnis, die nur noch aus einer Abfolge von Krisen, Kriegen, Katastrophen und Affären besteht. Bei der regionalen Orientierung im privaten Rundfunk und auch bei der regionalen Abonnementspresse ist darüber hinaus eine journalistische Orientierung festzustellen, die dem Human Interest und dem Sport im Vergleich überdimensionale Bedeutung verleiht.
Finanzkrise: Versagen der seismographischen Funktion
Die seismografische Funktion, frühzeitig vor der Finanzmarktkrise zu warnen, wurde von der Wirtschaftsberichterstattung nicht erfüllt. Die Krise wurde erst sehr spät, d.h. seit der zweiten Hälfte 2007 erkannt. Erst dann fand eine intensive Inflation der Krisenthematisierung statt, die jedoch nach den ersten positiven Quartalsabschlüssen im Finanzsektor einer noch rascheren Deflation der Berichterstattung weicht, obwohl grundlegende Probleme nicht gelöst sind. Schuld daran ist nicht zuletzt der Wechsel von einer an gesamtgesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Belangen interessierten Wirtschaftsberichterstattung zu einer Fokussierung von einzelnen Unternehmen, ihrer Performance und ihrem Führungspersonal seit den 1990er Jahren. Der Wirtschaftsjournalismus hat sich auf Quartalsabschlüsse geeicht und übergreifende Entwicklungen aus dem Blick verloren.
Untersuchungsanlage: Publizistische Versorgung und inhaltliche Qualitätsvalidierung
Diese Untersuchung der Qualität der Medien vollzieht sich auf zwei Ebenen. Erstens wird die publizistische Versorgung, d.h. die Nutzung, die Abdeckung, die Einnahmen und die Besitzverhältnisse der Informationsmedien in der Schweiz, untersucht. Im Jahre 2009 handelte es sich hierbei um 137 Medientitel. Zweitens werden die bedeutendsten Titel aller Mediengattungen (Presse, Radio, Fernsehen, Online) einer inhaltlichen Qualitätsvalidierung unterzogen. Dies betrifft ein Teilsample der 46 bedeutendsten Medientitel der Mediengattungen Presse, Radio, Fernsehen und Online in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz.

Jahrbuch 2010: Qualität der Medien − Schweiz Suisse Svizzera
Wozu dieses Jahrbuch? Das Ziel dieses Jahrbuchs ist die Stärkung des Qualitätsbewusstseins für die Medien. Das Jahrbuch bildet eine Quelle für Medienschaffende, Akteure aus Politik und Wirtschaft, die Wissenschaft und für alle Interessierte, die sich mit der Entwicklung der Medien und ihren Inhalten auseinandersetzen. Anstoss für dieses Jahrbuch bildet die Einsicht, dass die Qualität der Demokratie von der Qualität der medienvermittelten öffentlichen Kommunikation abhängt. Das Jahrbuch will einen Beitrag dazu beisteuern, dass die Qualität der Medien ein wichtiges Thema öffentlicher Kommunikation ist.
Wer zeichnet für dieses Jahrbuch verantwortlich? Das Jahrbuch wird erarbeitet und herausgegeben durch den fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft/Universität Zürich (www.foeg.uzh.ch). Folgende Autoren sind am Jahrbuch beteiligt (in alphabetischer Reihenfolge): Seyhan Bayraktar, Pascal Bürgis, Urs Christen, Mark Eisenegger, Patrik Ettinger, Kurt Imhof, Esther Kamber, Jens Lucht, Jörg Schneider, Mario Schranz, Linards Udris.
Es wird gefördert durch die Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft (www.oeffentlichkeit.ch). Der Stiftungsrat setzt sich zusammen aus: Christine Egerszegi-Obrist, Gabriele M. Paltzer-Lang, Kurt Imhof, Yves Kugelmann, Oswald Sigg, Roger de Weck (bis Juni 2010).
Wer finanziert und unterstützt dieses Jahrbuch? Die Finanzierung für das Jahrbuch wird durch die gemeinnützige Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft (www.oeffentlichkeit.ch) eingebracht. Die Stiftung verdankt die Mittel für das Projekt insbesondere folgenden Donatoren (in alphabetischer Reihenfolge): Allreal Holding AG, Anne Frank Fonds, Credit Suisse Foundation, Paul Schiller Stiftung, Prof. Otto Beisheim Stiftung, der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, der Schweizerischen Post, Stiftung für Gesellschaft, Kultur und Presse, Schweiz, Stiftung Qualitätsjournalismus Ostschweiz, Swiss Re, Vontobel-Stiftung, Zürcher Kantonalbank und verschiedenen Einzeldonatoren.
Wo wird dieses Jahrbuch publiziert? Das Jahrbuch erscheint im Schwabe Verlag (ISBN 978-3-7965-2688-6). Die Resultate können zusätzlich im Internet abgerufen werden (www.qualitaet-der-medien.ch). Auf dieser Plattform publiziert der fög regelmässig ergänzende Untersuchungen.

Roger de Weck – neuer Generaldirektor der SRG

Nun ist das Geheimnis gelüftet, wer die SRG finanziell sanieren soll, wer die verschiedenen Medienbereiche TV, Radio und Web zusammenführt, Stellen abbaut, Redaktionsstandorte aufgibt, medienpolitisch höhere Radio- und TV-Gebühren durchbringt und nebenbei journlistisch hochstehende Produkte herstellen kann.

Einige sind erstaunt, dass Roger de Weck die Person sein soll, die obige Aufgaben erfüllen kann. Laut verschiedenen Rückmeldungen fehlen ihm die Topmanager Qualitäten eines grossen Wirtschaftskapitäns.

Ich wage zu behaupten, dass es auf dem Markt keine Person gibt, die obige Kriterien erfüllen würde. Das tönt nach Eierlegendenwollmichsau. Erfreulich, dass man sich auf die Kernaufgaben fokussiert hat und eine Person wählte mit einem Journalistischen Leistungsausweis.

Vermutlich ist das einfach ein Rückzug auf Bewährtes. Personen, die erfolgreich Radiostationen, TV-Anstalten und Web zusammengeführt haben gibt es noch nicht. Es ist zu hoffen, dass Roger de Weck das gelingt.

Allerdings muss er sich warm anziehen. Die Zeitungsverlage holen auf, was die Bewegtbildbeiträge betrifft. Auf dem NZZ-Webportal tauchen immer mehr Videobeiträge auf und die NewYork Times produziert seit einiger Zeit einen täglichen TimesCast.

Mit der Finanzierung durch die Radio- und TV-Gebühren hat Roger de Weck aber nach wie vor einen wichtigen Vorteil auf seiner Seite.

Veränderungen in den TV-Rechten bei Sportveranstaltungen

Bisher waren die TV-Rechte an Sportveranstaltungen ein lukrativer Markt. Die TV-Gesellschaften bezahlen für exklusive Verträge grosse Summen. Mit entsprechenden Werbeverträgen in einem attraktiven Werbeumfeld, wurden die Investitionen wieder reingespielt.

Nun verändert sich der Markt aber langsam. Ein grosser Teil des Publikums bewegt sich nun im Internet. Vermehrt wird Fernsehen auch im Internet konsumiert. Das ist aber vermutlich nur eine Übergangslösung. Ich vermute, dass sich die etablierten Rundfunkgesellschaften mit der Zeit auflösen werden. Der Trend geht Richtung Livestreams im Internet. Die SRG praktiziert diese Strategie bereits bei Sportveranstaltungen. Nebst der Ausstrahlung der Sendungen auf den Senderketten, SF1, SF2, TSR1, TSR2, TSI1, TSI2 und SFinfo laufen parallel noch zusätzlich zwei Livestreams im Internet von Sportveranstaltungen. Damit hat SF de facto weitere Senderketten geschaffen. Einen Sportkanal für Eishockey und einen Sportkanal für Fussball.

Ein Blick über die Landesgrenze zeigt, dass auch alternative Modelle bei der Vergabe von Lizenzen für die Ausstrahlung von Spielen möglich sind.

Die Major League Baseball (mlb.com) verkauft via Internet unter (mlb.tv) Einzel WebTV-Zugänge zu 2430 regular season Spielen. Der Preis beträgt 109.95$ für das Premium Angebot. Allerdings gibt es noch eine Crude Blackout Regel. Befindet man sich in einem „Club’s home television territory“ mit seinem Wohnsitz, so ist das Livespiel nicht verfügbar.
Damit schützt man die lokalen TV-Gesellschaften, die die Spiele live übertragen. Ich kann mir vorstellen, dass mit der Zeit diese Regel aufgeweicht wird.

Mich interessierte die Frage, wie das in der Schweiz aussieht und habe mal bei Swiss Ice Hockey nachgefragt. Laut Lukas Hammer sind die Rechte exklusiv bei der SRG und bei Cinetrade (Teleclub). Eine Internet-Lizenz könnte nur als Sublizenzierung im Einverständnis mit den beiden Vertragspartnern geschehen. Der aktuelle Vertrag läuft noch für zwei weitere Saisons. Ich bin gespannt, ob nach Ablauf des Vertrags neben den TV-Lizenzen auch eine Lizenz für Livestreams im Internet zu haben ist.

Vermutlich werden sich Sportarten, die nicht so ein grosses TV-Publikum haben und keinen Sendeplatz bei den etablierten TV-Anstalten bekommen, rascher für die Internet-Variante entscheiden. z.B. www.xfloor.tv

«Lesen macht gross.» Sekundarstufen I und II

Zürich, 6. Februar 2009 – Der Materialienordner zum Thema Zeitungen und Zeitschriften liegt neu in zweiter Auflage vor: komplett überarbeitet und dem aktuellen Stand in der Medienbranche angepasst. Der Ordner mit 180 Seiten und über 60 individuell im Unterricht einsetzbaren Aufgaben kann von Lehrpersonen und Schulen ab Mitte Februar bei Mitgliedverlagen des Verbandes SCHWEIZER PRESSE unentgeltlich bezogen werden.

Das Lehrmittel für die Sekundarstufen I und II wurde als Ergänzung zur Pressewerkstatt für die Primarstufe von ausgewiesenen Pädagogen und Medienexperten für den Unterricht konzipiert. Der Inhalt ist in elf Kapitel unterteilt und bietet den Lehrpersonen individuell und zeitlich unabhängig einsetzbares Unterrichtsmaterial, um den Jugendlichen die Zusammenhänge der Informationsgesellschaft, insbesondere der Presse aufzuzeigen. Die Aufgaben regen dazu an, sich mit Zeitungen und Zeitschriften zu beschäftigen und wollen die Fähigkeit stärken, die Medieninhalte kritisch zu beurteilen und einzuordnen. Die einzelnen Kapitel setzen sich mit Lesegewohnheiten, journalistischen Darstellungsformen und wirtschaftlichen Hintergründen auseinander. Sie informieren über Berufsbilder, Herstellung und Vertriebswege von Printmedien. Im Kapitel Massenmedien wird die Wechselwirkung der gedruckten und elektronischen Medien aufgezeigt, das Recht auf Medienfreiheit und die freie Meinungsäusserung behandelt und die Bedeutung der Medien für die Schweizer Demokratie thematisiert. Die Jugendlichen werden über den Schutz der Persönlichkeit und über die Rechte und Pflichten der Journalisten informiert. Sie lernen, wie sie sich zum Beispiel anhand verschiedener Informationsquellen eine eigene Meinung für eine Abstimmungsvorlage bilden können. Eine Zeittabelle über die Presseentwicklung im Umfeld der politischen Ereignisse in Europa und der Schweiz sowie praktische Tipps zur Erstellung einer Schülerzeitung ergänzen den umfassenden Unterrichtsstoff. Jedes Kapitel enthält ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis, Sachinformationen für die Lehrperson und Aufgabenblätter, welche unterschiedlichen Anforderungsprofilen zugeteilt sind.

Die beiden Lehrmittel «Lesen macht gross.» für Primarstufe (1. bis 6. Schuljahr) und Sekundarstufen I und II (ab 7. Schuljahr) wurden durch den Verband SCHWEIZER PRESSE initiiert und konnten dank finanzieller Unterstützung der Mitgliedpublikationen und der Papierfabriken Utzenstorf Papier AG und Perlen Papier AG produziert werden.

Lehrerinnen und Lehrer, die sich für eines der deutschsprachigen Lehrmittel interessieren, können sich auf der Website www.schweizerpresse.ch > Button «Lesen macht gross.» über die Bezugsquellen informieren. Die Materialiensammlung oder die Pressewerkstatt können bei einem am Projekt teilnehmenden Verlag kostenlos bezogen werden.

Basler Zeitung Medien verkauft

„Dr. Tito Tettamanti und der Basler Medienanwalt Martin Wagner übernehmen sämtliche Aktien der Familie Hagemann und der PubliGroupe der «National Zeitung und Basler Nachrichten AG», die als «Basler Zeitung Medien» (BZM) am Markt präsent ist. Tettamanti wird als Mehrheitsaktionär einen Aktienanteil von 75% halten und Martin Wagner 25%. Über die Höhe des Kaufpreises haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Der neue Verwaltungsrat besteht derzeit aus vier Personen, Matthias Hagemann, dem Basler Medienunternehmer Bernhard Burgener, dem Basler Notar Pascal Berger und Martin Wagner, welcher in seiner Funktion als Verwaltungsratspräsident neuer Verleger der Basler Zeitung wird.

In der Unternehmensleitung der Basler Zeitung Medien wird es zu einem Führungswechsel kommen. Beat Meyer, CEO der Unternehmensgruppe, wird die BZM verlassen. Der bisherige CFO, Jürgen Hunscheidt wird dessen Funktion übernehmen. Gleichzeitig übernimmt der bisherige Verlagsleiter Roland Steffen, konzernweit die Funktion als COO (Chief Operating Officer). Beide Manager sind langjährige Leistungsträger des Unternehmens und wie der neue Verleger Martin Wagner mit diesem eng verbunden. Chefredaktor der Basler Zeitung bleibt Matthias Geering. «Damit ist eine gute Basis gelegt für eine erfolgreiche Zukunft der Basler Zeitung Medien», unterstreicht Wagner.“

Soweit zur Pressmeldung …

Bleibt natürlich die Frage, wenn die Mediengruppe in Familienbesitz nicht prosperiert hat, ob sie das dann tut, wenn Investoren die Besitzer sind.

Befürchtet wird, dass ein ähnlicher Prozess abläuft, wie bei der Weltwoche. Unter Einfluss der Besitzer wird ein rechter Kurs angesteuert.

Sollte das in Basel auch das Ziel sein, so düfte es eher schwieriger werden. Die Leute der rot grünen Stadt werden vermutlich an einer rechts bürgerlichen Zeitung nicht interessiert sein. Das Abonnentensterben geht weiter. Die Attraktivität für Inserierende sinkt.

Der Plan war gut gedacht, die Unabhängigkeit zu behalten, aber, ob das so gut geht?

Ich bin  skeptisch.

ipad revolutioniert die Medienlandschaft

Die in vielen redaktionellen Bereichen der Print und elektronischen Medien angekündigte Präsentation des Tablett Gerätes von Apple ist in zweifacher Hinsicht eine Revolution.

Das Gerät selber, das eine Lücke zwischen PDA und Computer schliesst. Die Verfügbarkeit von bezahlten Inhalten, Zeitungen, etc. in einer Form, die sich gut aufnehmen lässt. Die Integration der verschiedenen Apps, die Integration in den AppStore etc. Dass Apple Grenzen sprengt und neue Gedanken denkt, ist man sich in der Zwischenzeit fast gewohnt. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit der Präsentation des ipad verdient daher besondere Beachtung. Dieser ist vermutlich ebenso revolutionär und wird die TV-Landschaft nachhaltig durcheinander wirbeln.

User generated Livestream! Blogbeiträge, Kommentare zu Artikeln, vom Publikum eingesandte Bilder und Videos sind für die digitale Generation schon fast Alltag. Auf der Suche nach Livestreams zu einem solchen Ereignis bin ich erstmals bei Google fündig geworden. Bei den offiziellen TV-Anstalten habe ich keine Hinweise gefunden.
Aber einem Zuschauer vor Ort sei Dank, der vermutlich über ein iphone die Präsentation live ins Internet übertragen hat, konnte ich auch daran teilhaben. Ich habe keine Ahnung, ob eine Sendeerlaubnis vorliegt, überhaupt darum angefragt wurde. Ob das ein Sachverhalt ist, den man juristisch regeln muss.

Auf jeden Fall konnte ich so etwas Atmospähre aufschnappen und der Präsentation folgen.

twit.tv

Stadt Mannheim mahnt Twitter-User ab

Wieder einmal treibt das Deutsche Rechtssystem seltsame Blüten, wie in einem Artikel von Pressetext publiziert wurde.
Ins Schussfeld ist der Twitter-User mit dem Benutzernamen Mannheim geraten. Er sollte eine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnen.  Ist der Namensschutz bei Domainnamen nachvollziehbar, so sprengt diese Forderung nun doch den Rahmen.
Die Argumentation, dass Personen hinter der Bezeichnung www.twitter.com/mannheim die Stadt Mannheim erwarten, ist wohl etwas optimistisch. Kaum jemand würde erwarten, dass Mannheim so fortschrittlich ist, dass sie einen eigenen Twitterfeed betreiben würden. Dass sie es nicht sind, zeigen sie übrigens direkt mit ihrem Vorgehen. Weitere Details dazu im Artikel vom Inhaber des Twitter-Accounts.
Als Websitebetreiber stellt sich mir natürlich die Frage, darf ich als Nachfolgendes Element eines Domain-Namens einen Städtenamen führen, z.B:

www.medien.ch/mannheim.

Wer käme auf die Idee, dass hinter dieser Adresse die Stadt Mannheim steckt.
Ich finde es sollte die Regel gelten first come first serve. Wenn die Mannheimer Stadt-Behörde es verschlampt hat rechtzeitig den Twitter-Account zu registrieren, sorry, dann sind sie selber Schuld.
Was gar nicht geht, ist ohne ein Gespräch zu suchen mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufzufahren. Die alte Welt präsentiert sich so ziemlich barbarisch, aus dem letzten Jahrtausend eben. Die digitale Kultur ist aber eine andere.

Facebook definitiv Leitmedium für die Jugendlichen

Der Ausgang der Abstimmung über die Minarett Initiative hat es gezeigt. Facebook ist definitiv zum Leitmedium der Jugendlichen avanciert. Keine 20minuten, kein Blick, keine NZZ und auch nicht das Schweizer Fernsehen standen im Mittelpunkt des Interesses.
Die Post ging im Facebook ab. Ein Sturm der Entrüstung hat sich in den Statusmeldungen niedergeschlagen. Verschiedene Aufrufe Gruppen beizutreten, die sich gegen das Resultat wehren, sind innert Kürze eingegangen. Und andere Medien haben darüber berichtet. So z.B. hat SF auf der Startseite an prominenter Stelle einen Hinweis auf das Geschehen auf der sozialen Plattform Facebook platziert.

sf.facebook
Facebook ist SF.tv eine Meldung wert

50 Jahre Blick – neues Layout zum Jubiläum

Nach den grossen Tageszeitungen NZZ und Tages-Anzeiger hat der kleinere Blick, nicht was die Auflage betrifft, ebenfalle ein neues Layout. Fielen die Anpassungen der beiden Zürcher Zeitungen moderat aus, so hat der Blick auf ein grösseres Format gewechselt.

Warum, ist nicht ganz ersichtlich. Hängt es damit zusammen, dass die Blickleser in die Jahre gekommen sind eine grössere Schrift benötigen und diese mehr Papier braucht und daher das Tabloid-Format zu klein ist?

Sind die schwindenden Zahlen der Leserinnen und Leser schuld? Möchte mit einem grösseren Format wieder mehr Gewicht haben?

Vielleicht ist es auch ein Versuch sich von den Gratiszeitungen abzusetzen, die ausnahmslos kleinere Formate haben.

Boulevard- und Kampagnen-Journalismus ist nach wie vor gefragt. Allerdings ist fraglich, ob das in der Form dieses Formats, das Blick gewählt hat, nochmals 50 Jahre so weiterläuft.