Medienqualität: Infosendung Rendez-vous von Radio SRF ist Aufsteigerin des Jahres

Das Medienqualitätsratings MQR-18 weist die Infosendung Rendez-vous von Radio SRF als Aufsteigerin des Jahres aus. Die insgesamt beste Bewertung erhielt wiederum das Nachrichtenmagazin Echo der Zeit. In der Tagespresse muss die NZZ neu den Spitzenplatz mit Le Temps teilen. Unter den Boulevard- und Pendlerformaten verdrängte lematin.ch die Newsplattform 20minuten.ch vom Siegerpodest.

Die zweite Ausgabe des Medienqualitätsratings MQR zeigt substanzielle Qualitäts-veränderungen im Bereich der Informationsmedien. Qualitätsaufsteigerin ist die Radionachrichtensendung Rendez-vous (+7 Qualitätspunkte). Auch das TV-Nachrichtenmagazin 10vor10 (+4) kann an Qualität zulegen. In der Gruppe der Aufsteiger befinden sich zudem die Westschweizer Tageszeitung Le Temps (+5) sowie der SonntagsBlick (+4) und Le Matin Dimanche (+3). WOZ Die Wochenzeitung ist neu in die Gruppe der Sonntagszeitungen und Magazine aufgenommen worden. Sie erreicht in der Berichterstattungsqualität auf Anhieb einen Spitzenplatz.

Das MQR-18 umfasst die 50 wichtigsten Informationsmedien der Schweiz. Es misst die Berichterstattungsqualität mit einem inhaltsanalytischen Verfahren und die Qualitätswahrnehmung mit Hilfe einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Diese zweifache Medienqualitätsmessung ist national wie international einmalig.

Das Ranking erfolgt gesondert für vier Mediengruppen mit vergleichbarer publizistischer Ausrichtung. Das Nachrichtenmagazin «Echo der Zeit» von Radio SRF führt zum zweiten Mal die Bestenliste der Informationsmedien an. Es liegt in der Vergleichsgruppe Radio- und Fernsehsendungen an der Spitze und setzt über alle untersuchten Medientitel hinweg – sowohl in der Inhaltsanalyse wie auch in der Publikumsbefragung – den Massstab punkto Medienqualität in der Schweiz.
In den anderen Vergleichsgruppen heissen die Qualitätsleader:

  • Neue Zürcher Zeitung und Le Temps in der Gruppe Tages- und Onlinezeitungen
  • NZZ am Sonntag in der Gruppe Sonntagszeitungen und Magazine
  • lematin.ch in der Gruppe Boulevard- und Pendlerzeitungen

Das MQR-18 zeigt jedoch auch, dass 15 der untersuchten 50 Informationsmedien gegenüber der Erhebung von 2016 an Qualität eingebüsst haben. Bei den regionalen Abonnementszeitungen sind substanzielle Einbussen festzustellen, u.a. bei 24heures (-8 Qualitätspunkte), Berner Zeitung (-6) und Aargauer Zeitung (-6). Treibende Faktoren sind ein www.medienqualitaet-schweiz.ch stifterverein@medienqualitaet-schweiz.ch Stifterverein Medienqualität Schweiz, c/o Dynamics Group AG, Utoquai 43, 8024 Zürich

Verlust an Themenvielfalt und eine abnehmende Hintergrundberichterstattung. Anscheinend hinterlässt der Spardruck in den Printredaktionen seine Spuren.

Entgegen der teilweisen Verschlechterung der inhaltsanalytisch gemessenen Berichterstattungsqualität bewertet das Publikum in 15 Fällen die Qualität des entsprechenden Titels im Vergleich zum MQR-16 als besser.

Insbesondere die Informationsangebote der Suisse romande haben beim Publikum Qualitätspunkte dazugewonnen. Im Zuge von Zusammenlegungen und Schliessungen von Redaktionen spitzt sich die Medienkrise in der Suisse romande zu. Offensichtlich veranlasst diese Entwicklung das Publikum zu Solidaritätsbekundungen, die sich in der Qualitätswahrnehmung ausdrücken.
In den Befragungsergebnissen zeigt sich ausserdem ein vergleichsweise ausgeprägter Qualitätszugewinn bei den SRG-Informationssendungen. Hier liegt nahe, dass es sich dabei um einen Vertrauensbeweis des Publikums handelt. Dies als Folge einer heiss umstrittenen Debatte über die geplante Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren im Vorfeld der No-Billag-Abstimmung, deren Annahme für den öffentlichen Rundfunk massive Einschnitte mit sich gebracht hätte.

Zu den Absteigern in der umfrageseitigen Qualitätsmessung gehören die stark auf unterhaltende News setzenden Deutschschweizer Titel 20 Minuten, 20minuten.ch sowie watson.ch. Ihr Angebot wird von den Befragten über alle Qualitätsdimensionen hinweg deutlich niedriger bewertet als noch zwei Jahre zuvor.

Die MQR-18 bewertet das Informationsangebot der untersuchten Medien nach den Kriterien Professionalität, Einordnungsleistung, Vielfalt und Relevanz. Diese sind für den Qualitätsjournalismus im Rahmen der demokratischen Meinungsbildung unentbehrlich. Um die Berichterstattungsqualität zu messen, wurden rund 20‘000 redaktionelle Beiträge analysiert und bewertet. An der Online-Befragung zur Qualitätswahrnehmung beteiligten sich über 2’100 repräsentativ ausgewählte Personen aus der Deutschschweiz und der Suisse romande.

Der vollständige Bericht ist in deutscher und französischer Sprache abrufbar unter www.mqr-schweiz.ch.

Über den Stifterverein Medienqualität Schweiz
Das Medienqualitätsrating MQR wird vom Stifterverein Medienqualität Schweiz verantwortet und herausgegeben. Der Verein wurde 2014 gegründet und zählt über 40 Mitglieder. Der Gründerkreis besteht aus Persönlichkeiten aus Medien, Politik und Wirtschaft. Präsident ist der ehemalige Verlagsmanager und Unternehmer Tobias Trevisan. Der Verein bezweckt die Förderung der Qualität in den Informationsmedien in der Schweiz; er ist auch für die Finanzierung des MQR zuständig.

Um eine unabhängige und wissenschaftliche Beurteilung der Medienqualität sicherzustellen beauftragt der Stifterverein die beiden Hochschulinstitute fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich und das Departement für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität Freiburg mit der Durchführung des Medienqualitätsratings.

WEKO prüft Zusammenschlussvorhaben AZ Medien / NZZ vertieft

Bern, 26.06.2018 – Die Wettbewerbskommission (WEKO) wird das Zusammenschlussvorhaben von AZ Medien und NZZ vertieft prüfen. Die beiden Unternehmen beabsichtigen ihre Aktivitäten in der Schweiz im Bereich Regionalmedien in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen. Es bestehen Anhaltspunkte, dass der Zusammenschluss auf verschiedenen Märkten eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt.

AZ Medien ist ein vorwiegend in der Nordwestschweiz tätiger Medienkonzern. NZZ ist ein in der Schweiz tätiges Medienunternehmen. Beide Unternehmen geben verschiedene Zeitungen und Zeitschriften heraus und betreiben Online-Plattformen, Fernseh- und Radiosender. Die «Neue Zürcher Zeitung» verbleibt bei NZZ und fliesst nicht in das Gemeinschaftsunternehmen ein.

Es bestehen Anhaltspunkte, dass der Zusammenschluss in den Lesermärkten für Tageszeitungen in den Gebieten Solothurn und Aargau sowie im Zeitschriften-Werbemarkt im Bereich Gebäudetechnik eine marktbeherrschende Stellung begründen oder verstärken könnte. Weiter bestehen Anhaltspunkte für die Begründung oder Verstärkung einer kollektiven Marktbeherrschung im Lesermarkt für Tageszeitungen im Gebiet Basel und im Lesermarkt für Sonntagszeitungen. Daher wird die WEKO vertieft prüfen, wie sich der geplante Zusammenschluss auf den Wettbewerb auswirkt. Die Prüfung hat innerhalb der gesetzlichen Frist von vier Monaten zu erfolgen.

Transfercoup: Gilbert Gress wechselt zu Teleclub

Teleclub, ab nächster Saison Rechteinhaber der UEFA Champions League und der UEFA Europa League, beginnt mit der Verstärkung seines Expertenteams. Mit Gilbert Gress erwarten die Zuschauer messerscharfe Analysen und spannende Hintergrundinformationen.

Passioniert, charmant, souverän und mit viel Sachverstand – so kennt man Gilbert Gress. Der 76-jährige gebürtige Strassburger wird sein Wissen und seine Leidenschaft für den Fussball neu als Experte bei Teleclub einbringen. In den französischsprachigen Studios der UEFA Champions League wird er gemeinsam mit weiteren Experten das aktuelle Geschehen beleuchten und dabei auf seine jahrelange Erfahrung zurückgreifen.

Gress war 1966 der erste französische Spieler in der deutschen Bundesliga. Nach seiner Aktivkarriere erlangte er grosse Bekanntheit als Trainer: So wurde er unter anderem französischer Meister mit Racing Strassburg, Schweizer Meister mit Neuchâtel Xamax sowie Cupsieger mit dem FC Zürich. In der Schweiz geniesst Gress insbesondere auch als ehemaliger TV-Experte bei SRF hohes Ansehen. Teleclub bringt damit einen der beliebtesten Fussballkenner zurück auf den Bildschirm! «Ich bin sehr glücklich über meine neue Aufgabe bei Teleclub – besonders, da die UEFA Champions League immer einen speziellen Platz in meinem Herzen innehatte. Teleclub ist für mich einer der wichtigsten Player, was die Übertragung von Fussball angeht», so Gilbert Gress.

Claudia Lässer, Programmleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung bei Teleclub, teilt seine Begeisterung:
«Ich freue mich sehr, mit Gilbert Gress einen versierten Fussballexperten für die Westschweiz verpflichten zu können, der zudem mit viel Charme und Witz punktet.»

Ab der Saison 2018/2019 können Fussballfans sämtliche 137 Spiele der Königsklasse live auf Teleclub verfolgen – davon 121 Partien exklusiv. Auch in der UEFA Europa League überträgt Teleclub 190 der insgesamt 205 Spiele exklusiv.

 

«No Billag»-Initiative schadet der Medienvielfalt und Meinungsbildung in der Schweiz

Bern, 11.12.2017 – Am 4. März 2018 stimmen Volk und Stände über die «No Billag»-Initiative ab. Diese fordert die Abschaffung der Empfangsgebühr für Radio und Fernsehen. Sie verlangt zudem, dass der Bund keine Radio- und Fernsehstationen subventioniert. Der Bundesrat empfiehlt, die Initiative abzulehnen. Denn diese nimmt in Kauf, dass nur noch produziert wird, was rentiert. Dies schadet der Medienvielfalt und der Meinungsbildung und erhöht den Einfluss privater Geldgeber und ausländischer Konzerne. „Für ein kleinräumiges, mehrsprachiges Land wie die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie ist ein vielfältiges Medienangebot wichtig“, betonte Bundespräsidentin Doris Leuthard bei der Erläuterung der bundesrätlichen Haltung.

Gemäss Bundesverfassung müssen Radio und Fernsehen zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur Meinungsbildung und zur Unterhaltung beitragen. Sie müssen zudem die Besonderheiten der Schweiz und die Bedürfnisse der Kantone berücksichtigen. Da sich solche Programme in der kleinräumigen Schweiz mit ihren vier Landessprachen allein mit Werbung und Sponsoring nicht finanzieren lassen, gibt es eine Radio- und Fernsehempfangsgebühr. Sie kommt jenen Radio- und TV-Stationen zugute, die den aus der Verfassung abgeleiteten Service-public-Auftrag erfüllen: Auf nationaler Ebene und in den vier Sprachregionen ist die SRG damit betraut. Auf lokaler Ebene sind es 21 Lokalradios und 13 Regional-TV. Alle diese Stationen haben eine Konzession des Bundes, die den Auftrag präzisiert. Der Erlös aus der Empfangsgebühr betrug 2016 rund 1,37 Milliarden Franken. Mit 1,24 Milliarden Franken floss der grösste Teil an die SRG, Lokalradios und Regional-TV erhielten 61 Millionen Franken.

Abbau des Angebots

Die Initiative will, dass die Empfangsgebühr für Radio und Fernsehen abgeschafft wird und der Bund auch aus anderen Mitteln keine Radio- und TV-Stationen subventioniert. Sie verlangt zudem, dass der Bund in Friedenszeiten keine Sender betreibt und Konzessionen regelmässig versteigert. Die Annahme der Initiative würde bei der SRG und den betroffenen Lokalradios und Regional-TV zu grossen finanziellen Einbussen führen: Bei der SRG macht die Gebühr rund 75 Prozent des Budgets aus, bei den Lokalradios und Regional-TV ebenfalls einen entscheidenden Teil. Als Folge könnten viele Sendungen gar nicht mehr oder nicht mehr in der heutigen Qualität produziert werden. Es käme zu einem massiven Abbau des heutigen Angebots.

Bundesrat und Parlament empfehlen, die Initiative abzulehnen. „Die Medien spielen für die Schweiz mit ihren unterschiedlichen Sprachen und Kulturen und ihrer direkten Demokratie eine zentrale Rolle“, betonte Bundespräsidentin Leuthard. Sowohl die Zeitungen als auch Radio und Fernsehen leisteten mit ihren Berichten, Recherchen und Analysen einen wichtigen Beitrag. Es sei daher wichtig, weiterhin auf ein qualitativ hochstehendes Angebot zählen zu können. Das sei mit der Initiative gefährdet. „Mit dem Wechsel zu einer rein kommerziellen Finanzierung nimmt diese in Kauf, dass nur noch produziert wird, was rentiert. Viele Sendungen, insbesondere auch über gesellschaftlich und politisch wichtige Themen, würden verschwinden. Dies schadet der Medienvielfalt und der Meinungsbildung.“

Der Abbau würde zu einer Ausdünnung des Angebots führen. Davon betroffen wären alle Bereiche. In eine besonders schwierige Situation kämen die Randregionen und Sprachminderheiten. Je kleiner das Einzugsgebiet, desto unrealistischer ist es, sich rein kommerziell zu finanzieren. Heute sorgen Gebührengelder dafür, dass Lokalradios, Regional-TV und die SRG landesweit präsent sind. Die SRG ist ausdrücklich verpflichtet, in allen Amtssprachen für ein gleichwertiges, vielfältiges Angebot zu sorgen und TV-Sendungen sowie mindestens ein Radioprogramm für die rätoromanische Schweiz anzubieten. Bei Annahme der Initiative würde dieser Auftrag entfallen. Die Schweiz wäre das erste Land Europas, das den Service public-Auftrag für Radio und Fernsehen abschaffen würde. Die SRG könnte auch nicht mehr für einen internen Ausgleich sorgen und mit Geld aus der Deutschschweiz Programme für die französische, die italienische und rätoromanische Schweiz finanzieren.

Bei einem Ja zur Initiative würden zudem Werbegelder noch stärker als heute von der Schweiz ins Ausland abfliessen und dadurch dem einheimischen Markt entzogen. Mit dem Wechsel zu einer rein kommerziellen Finanzierung nähme die Abhängigkeit von privaten Geldgebern und ausländischen Konzernen zu und damit stiege auch die Gefahr der politischen Einflussnahme. Bundesrat und Parlament empfehlen, die Initiative abzulehnen. Eine vielfältige, gleichwertige Radio- und TV-Berichterstattung in allen Landesteilen ist für die Meinungsbildung in der Schweiz mit ihrer direkten Demokratie wichtig und bietet Service und Orientierung für die Bürgerinnen und Bürger.

Nein zur Initiative, …

weil sie den Service public-Auftrag aufhebt,
weil sie viele Radio- und TV-Stationen existenziell gefährdet,
weil sie die Abhängigkeit von privaten Geldgebern und ausländischen Konzernen erhöht,
weil sie der Medienvielfalt und Meinungsbildung in der Schweiz schadet.

Wechsel von der Empfangsgebühr zu einer allgemeinen Abgabe

Die Empfangsgebühr für Radio und TV beträgt heute für Haushalte 451 Franken pro Jahr. Mit dem vom Stimmvolk 2015 gutgeheissenen Wechsel zu einer breiter abgestützten, allgemeinen Abgabe sinkt der Betrag für Haushalte ab 2019 auf 365 Franken pro Jahr. Unternehmen zahlen eine nach Umsatz abgestufte Abgabe. Diese wird ab einem Umsatz von 500 000 Franken fällig. Unternehmen mit weniger Umsatz – das sind rund drei Viertel aller Unternehmen – zahlen keine Abgabe. Dass auch Unternehmen einen Beitrag leisten, ist nicht neu. Dies gilt im Grundsatz schon heute so, da auch sie von Radio- und TV-Angeboten profitieren: Radio und TV berichten über neue Produkte und Trends, analysieren Wirtschaftsthemen und bieten national und regional attraktive Werbeplattformen an.

No Billag was spricht dafür?

Die Staatliche Presseförderung geht zurück auf die liberalen Geburtswehen unseres Staates im 18. Jahrhundert. Jede Bürgerin, jeder Bürger sollte die Möglichkeit haben, sich über die Presse zu informieren. Mit der Förderung des Versandes von Zeitungen per Post wurde dieser Anspruch eingelöst.

Bei den elektronischen Medien wie Radio und Fernsehen ware teure Produktions- und Sendeanlagen unabdingbar. Mit den Beiträgen aus den Gebühren konnten diese finanziert werden. Wer ein Gerät hatte, musste diese berechtigte Abgabe bezahlen.

2017 sieht die Situation komplett anders aus. Jede Bürgerin, jeder Bürger kann sich heute über Internet rasch und umfassend über die unterschiedlichsten Themen seiner Wahl informieren.  Nicht nur das! Über Socialmedia Kanäle, Blogs, Kommentare, etc ist es möglich seine eigene Meinung direkt kund zu tun. Die grosse Masse an Youtuberinnen und Youtubern ist ein untrügliches Indiz, dass die Medienlandschaft heute die demokratischste Ausprängung hat, seit Beginn der elektronischen Medien. Mit Smartphone, einem einfachen App um Filme zu bearbeiten, ist man bereits im Geschäft.

Ein weiterer Aspekt der Medienproduktion liegt in den vielen Medien- und Pressestellen auf den Verwaltungen. Mit Steuern finanzierte Mitarbeiterinnen organisieren Pressekonferenzen, Videobeiträge, Pressebilder und Pressetexte und publizieren diese im Internet unter Medienmitteilungen für alle einsehbar. Warum es nochmals eine zweite staatliche Instanz braucht, die diese wiederum über das gleiche Internet weiterverbreitet ist nicht nachvollziehbar.

Ein weiterer Aspekt ist die Medienkonvergenz. Kaum ein Verlag, der sich nur auf Print beschränkt. Die Einbindung von Video, umfangreichen Bildstrecken, Audiobeiträgen und die Publikation im Internet gehören überall dazu. Damit ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der staatlichen elektronischen Medien hinfällig.

Es ist daher ein völliger Anachronismus in einem Zeitalter, in dem es noch nie einfacher war Informationen zu beziehen und seine Meinung zu äussern, über eine staatliche Zwangsabgabe ein monolitisches Staatsmedienhaus zu finanzieren.

Es ist daher an der Zeit, dass man die Entwicklung der digitalen Medien berücksichtigt und sich von einer antiquierten Medienlandschaft verabschiedet.

Ein Ja zu «no Billag» schafft Raum für Neues!

Die Argumente im Überblick

  1. Bürgerinnen und Bürger habe Heute vielfältige Möglichkeiten sich umfassend zu informieren.
  2. Teure Produktionsanalgen und Übertragungssysteme sind obsolet. Mit Smartphonetechnologie, Youtube und Internet besteht ein Potenzial, dass alle Ihre Meinungen und Ideen ausstrahlen können.
  3. Der Staaat besitzt heute bereits vielfältige Möglichkeiten mit all seinen Kommunikationsbeauftragten und Pressespechern die Bevölkerung zu informieren.
  4. Die Abstimmungsunterlagen könnten zeitgemässer aufbereitet werden. Nicht nur Text auch Videos im Internet wären denkbar.
  5. Medienkonvergenz
    Fernsehen -> Internet -> Text
    Zeitung -> Text -> Video Internet
    Alle Medienhäuser sind in allen Formen der Inhaltspublikation unterwegs. Es gibt kein Alleinstellungsmerkmal mehr.
  6. Anachronismus: Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein durch den Staat betriebenes Medium gegenüber anderen Medienanbietern mit einer Zwangsabgabe finanziert werden soll.
  7. Eine ausgewogene Medienlandschaft lässt sich auch über andere politischen Massnahmen erreichen als über eine Zwangsabgabe, die die Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger einschränkt.

 

UBI: Nadine Jürgensen neues Mitglied – letzte öffentliche Beratungen 2017

Bern, 07.12.2017 – Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 1. Dezember 2017 Nadine Jürgensen als neues Mitglied der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) gewählt. Sie ersetzt Claudia Schoch Zeller, die Ende Jahr aufgrund der gesetzlichen Amtszeitbeschränkung aus der Kommission ausscheidet. Die letzten öffentlichen Beratungen der UBI in der gegenwärtigen Besetzung finden am 15. Dezember in Bern statt.

Die vom Bundesrat als neues UBI-Mitglied gewählte Nadine Jürgensen ist zurzeit als freie Journalistin (u.a. als Kolumnistin bei der Zeitschrift „Schweizer Monat“) und Moderatorin tätig. Zuvor war sie während fünf Jahren als Inlandredaktorin bei der NZZ. Nadine Jürgensen, 1982 geboren und im Kanton Zürich wohnhaft, ist ausgebildete Juristin mit Anwaltspatent. Ihre Masterarbeit schrieb sie über die UBI.

Nadine Jürgensen wurde vom Bundesrat für den Rest der bis Ende 2019 laufenden Amtsperiode gewählt. Sie wird Claudia Schoch Zeller, Rechtsanwältin und langjährige NZZ-Redaktorin bzw. Rechtskonsulentin, ersetzen, deren Amtszeit Ende Jahr abläuft. Claudia Schoch Zeller ist seit Februar 2005 Mitglied der UBI und seit anfangs 2016 zudem Vizepräsidentin. Den neuen Vizepräsidenten bzw. die neue Vizepräsidentin wird die UBI anlässlich ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr bestimmen. Mit der Wahl von Nadine Jürgensen werden weiterhin fünf von neun Mitgliedern der UBI Frauen sein.

Die letzten öffentlichen Beratungen der UBI in der gegenwärtigen Besetzung finden am 15. Dezember 2017 in Bern statt. Die Kommission wird dabei über vier Beschwerden befinden. Es handelt sich dabei um Online-Artikel von SRF News über die Veröffentlichung von Aufnahmen zu 9/11 und über eine Demonstration eines russischen Oppositionspolitikers sowie um einen kritischen Bericht des Konsumentenmagazins „Kassensturz“ von Fernsehen SRF über einen „deutschen Schwindler“. Schliesslich wird die UBI mit einem Beitrag von „Il Profil“ von Radio Rumantsch erstmals seit längerer Zeit wieder eine rätoromanische Ausstrahlung zu beurteilen haben. Weitergehende Informationen zu den öffentlichen Beratungen vom 15. Dezember 2017 können der Website der UBI entnommen werden.

Die UBI ist eine ausserparlamentarische Kommission des Bundes, die vom Churer Rechtsanwalt Vincent Augustin präsidiert wird und aus neun Mitgliedern sowie einem dreiköpfigen Sekretariat besteht. Sie hat auf Beschwerde hin festzustellen, ob ausgestrahlte Radio- und Fernsehsendungen schweizerischer Programmveranstalter oder Publikationen aus dem übrigen publizistischen Angebot der SRG Bestimmungen über den Inhalt redaktioneller Sendungen verletzt haben oder ob eine rechtswidrige Verweigerung des Zugangs zum Programm bzw. zu einer Publikation vorliegt. Der UBI vorgelagert sind Ombudsstellen, die eine Vermittlungsfunktion einnehmen.

Rolf Fringer wechselt zu Teleclub

Der etablierte Fussballexperte und ehemalige Trainer Rolf Fringer wechselt zu Teleclub und wird ab dem Start der neuen Raiffeisen Super League Saison mit weiteren Experten das aktuelle Spielgeschehen beleuchten.

Der ehemalige Schweizer Nationaltrainer und sehr erfahrene TV-Experte Rolf Fringer wird ab Juli 2017 die Teleclub Experten-Crew um Dani Gygax, Marcel Reif und Pascal Zuberbühler ergänzen. Mit der Verpflichtung von Rolf Fringer gelingt Teleclub ein grosser Coup: Der 60-Jährige besticht durch messerscharfe Analysen und spannende Hintergrundinformationen.

Der in der Schweiz geborene Österreicher freut sich auf seine neue Aufgabe: «Ich kann es kaum erwarten, zusammen mit meinen Expertenkollegen in die neue Fussballsaison zu starten und den Zuschauern spannende Entscheidungen und packende Live-Duelle näher zu bringen. Fussball ist und bleibt meine Leidenschaft – und diese möchte ich gerne weiterhin mit allen Fans teilen.» Claudia Lässer, Programmleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung bei Teleclub, teilt seine Begeisterung: «Für uns ist Rolf die perfekte Ergänzung unseres eingespielten Teams. Wir sind sehr stolz, dass wir ihn an Bord holen konnten.»

Bild: Remo Neuhaus

YellowPost – Deutsche Zeitungsverleger prämieren Schülerblog

Schülerzeitungswettbewerb: BDZV prämiert Schülerblog „Yellow Post“ aus Hannover

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), seit diesem Jahr Hauptpartner des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder, zeichnet die Schülerzeitungsredaktion der Gesamtschule IGS Roderbruch aus Hannover mit dem Sonderpreis „Ideen. Umsetzen.“ aus.

Die Online-Schülerzeitung „Yellow Post“ hat die Jury mit kreativen Darstellungsformen und zielgruppennahen Projektideen überzeugt. Ein Podcast mit Diskussionen zwischen Lehrern und Schülern zu aktuellen (Schul-)Themen sowie ein Screen, der die Blogeinträge im Schulgebäude für alle Mitschüler sichtbar macht, sind zwei dieser Projekte.

Mit dem Preis prämiert der BDZV außergewöhnliche und innovative Ideen von Schülerzeitungsredaktionen, wie – über die klassische Schülerzeitung hinaus – den Mitschülern Nachrichten und Meinungen auf unterschiedliche Weise nähergebracht werden können. Die „Yellow Post“ ist bereits die elfte Zeitung, die der BDZV im Rahmen des seit 2004 von der Jugendpresse Deutschland (Dachorganisation der Nachwuchsjournalisten) und der Kultusministerkonferenz organisierten Wettbewerbs für herausragende Leistungen ehrt.

In den vergangenen Jahren konnten sich über den mit 1.000 Euro dotierten Preis freuen: „eat&read“ (Gymnasium Allee, Hamburg), „Steinpost“ (Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Oldenburg, Schleswig-Holstein), „Volltreffer“ (Albert-Einstein-Mittelschule Augsburg), „Bunkerblattl“ (Gymnasium Fürstenried in München), „mittelpunkt“ von der Gesamtschule Hardt in Mönchengladbach, „INSIDE“ vom städtischen Gymnasium Sundern, „Innfloh“ vom Ruperti-Gymnasium aus Mühldorf am Inn (Bayern), „Graffiti“ (Realschule im bayerischen Rain), „GAG“ vom Gymnasium Augustinianum in Greven (Nordrhein-Westfalen) und „Wooling“ vom Oberland-Gymnasium im sächsischen Seifhennersdorf.

Die Bundesratspräsidentin und Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, wird die Preisträger am 8. Juni bei einem Festakt im Haus des Bundesrats in Berlin auszeichnen. Am 7. Juni findet der Schülerzeitungskongress der Jugendpresse Deutschland statt. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter www.schuelerzeitung.de.

 

Weiterbildung zum Thema Medien

weiterbildung.ch bietet im Medienbereich eine Zusammestellung geeigneter Weiterbildungsangebote an.

Es richtet sich an Personen, die in der Berufswelt mit Medienarbeit beauftragt sind. Angebot reicht von kürzeren Kursen bis zum CAS für professionelle Medienarbeit.

Für bestandene Journalistinnen und Journalisten bieten sich Kurse zur Themaktik SocialMedia an. Diese hat zunehmenden Einfluss auf die Medienarbeit. Auch hier besteht ein umfangreiches Kursangebot mit unterschiedlicher Ausprägung, einerseits mehr unter dem Aspekt der sozialen Kommunikation oder andererseits unter dem Aspekt Marketing.

Neuordnung der Lokalradio-Landschaft ab 2020

 Biel/Bienne, 16.02.2017 – Ab 2020 sollen regionale Radioveranstalter in den städtischen Agglomerationen mehr Autonomie erhalten, da sie keiner Konzessionspflicht mit Leistungsauftrag mehr unterliegen. Dieser Vorschlag ist Teil des Revisionsentwurfs der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV), den das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ab dem 16. Februar 2017 in die Vernehmlassung schickt. Der neue Text stellt ausserdem die Weichen für den Umstieg der Radioverbreitung über Ultrakurzwellen (UKW) auf die digitale DAB+-Verbreitung. Die Vernehmlassung wird bis am 26. Mai 2017 dauern.

Das UVEK eröffnet ein Vernehmlassungsverfahren über eine Änderung der RTVV sowie von drei Ausführungsbestimmungen zur Fernmeldegesetzgebung. Laut Vorlage sollen die heutigen Versorgungsgebiete – festgelegt in den RTVV-Anhängen 1 (Radio) und 2 (Fernsehen) – während der Konzessionsdauer bis Ende 2019 unverändert bestehen bleiben. Sie entsprechen nach wie vor den lokal-regionalen Kommunikationsräumen des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG). Zudem soll UKW bis Ende 2019 primäre Radio-Verbreitungstechnologie bleiben.
Keine Konzessionen mit Leistungsauftrag mehr für die Radios in den Agglomerationen

Ab 2020 sollen in den städtischen Agglomerationen keine Konzessionen mit Leistungsauftrag mehr an Radioveranstalter erteilt und die bisherigen Versorgungsgebiete aufgehoben werden. Davon sind die Stationen, die bereits heute keine Empfangsgebühren erhalten, betroffen. Die Knappheit von Frequenzen hatte die Konzessionierung nötig gemacht. Dieses Argument fällt mit der Digitalisierung weg. Die betroffenen Regionen verfügen bereits über ein breites publizistisches Angebot, das mit dem Wegfall der einforderbaren Leistungsaufträge nicht gefährdet wird. Die lokalen kommerziellen Radiostationen werden demnach von den bisherigen Programmauflagen in den Leistungsaufträgen befreit und verfügen über mehr Autonomie. Sie können ihre Programme nach Belieben zusammenstellen und die bestmöglichen Strategien zur Erreichung ihres Zielpublikums wählen.

Die anderen Versorgungsgebiete sollen grundsätzlich unverändert bleiben. Kleine Anpassungen sind aber nötig, weil das Bundesamt für Statistik (BFS) die Agglomerationen geografisch neu definiert hat und verschiedene Kantone ihre Verwaltungseinheiten neu organisiert haben. Die Radio- und Fernsehveranstalter in diesen Regionen sollen auch nach 2020 einen Abgabenanteil erhalten.

Die geltende Definition der lokalen und regionalen Versorgungsgebiete geht auf das Jahr 2007 zurück. Artikel 39 des Radio- und Fernsehgesetzes verlangt eine Überprüfung dieser Versorgungsgebiete nach spätestens 10 Jahren.
DAB+ als primäre Radio-Verbreitungstechnologie ab 2020

Die Radiobranche will UKW bis 2024 durch DAB+ ersetzen. Mit dem vorliegenden Revisionsprojekt werden die Rechtsgrundlagen geschaffen, um diese digitale Migration durchzuführen: DAB+ wird im RTVV-Anhang 1 ab 2020 zur primären Verbreitungsart beim Radio bestimmt. Durch eine Ergänzung der Verordnung über Frequenzmanagement und Funkkonzessionen (FKV) können aber die Radios, die bis jetzt über UKW verbreitet werden, ihre Frequenzen während der Übergangsphase ab 2020 bis 2024 weiterhin nutzen. Für diese UKW-Nutzung werden die heutigen Agglomerationsradios ohne Abgabenanteil neu eine Frequenznutzungsgebühr entrichten müssen; dieser Tarif wird in der Fernmelde-Gebührenverordnung (GebV-FMG) festgelegt. Wie für die Veranstalter mit Konzession werden angemessene Massnahmen getroffen, um ihnen einen nachhaltigen Zugang zur DAB+-Verbreitung zu garantieren.