3. Nationales Fachforum Jugendmedienschutz

eidgenossenschaftBern, 07.09.2015 – Rede von Bundesrat Alain Berset anlässlich der Eröffnung des 3. Nationalen Fachforums Jugendmedienschutz – Es gilt das gesprochene Wort.

«Always on» oder «immer und überall online», so lautet das Leitmotiv des Forums. Was vor einigen Jahren noch unwahrscheinlich schien, wird heute Realität. Die rasante Entwicklung geht einher mit grossen Herausforderungen, nicht zuletzt für Eltern und alle, die in der Bildung tätig
sind.

Es stellt sich die Frage: Wie können wir die Kinder und Jugendlichen auf ihrer digitalen Entdeckungsreise begleiten und sie gleichzeitig möglichst gut vor den Gefahren schützen?

Das soll an den Vorträgen und Workshops analysiert und diskutiert werden. Die heutige Tagung bildet den Abschluss des fünfjährigen Impuls-Programms „Jugend und Medien“. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeiten abgeschlossen sind – im Gegenteil: Das Programm war eine erste Etappe der nationalen Zusammenarbeit.

Man hat heute in der Schweiz nahezu überall und jederzeit Internetzugang. Praktisch alle Familien verfügen über ein Handy, einen Fernseher und einen Computer mit Internetanschluss. Sie gehören zur Grundausrüstung der Haushalte, so dass die Kinder heute immer früher damit konfrontiert sind.

Wie nutzen sie diese Instrumente? Die Resultate der letzten JAMES-Studie (Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz) und der deutschen KIM-Studie (Kinder und Medien. Computer und Internet) sind eindrücklich:

  • 40 Prozent der 6 bis 13-jährigen surfen jeden oder fast jeden Tag im Netz
  • 98 Prozent der 12 bis19-Jährigen haben ein Handy, 97 Prozent davon ein Smartphone
  • 99 Prozent der Jugendlichen ab zwölf haben zu Hause Internetzugang und 94 Prozent nutzen ihn täglich oder mehrmals pro Woche

Die Erfahrungen, welche die Kinder und Jugendlichen mit den Medien machen, sind, alles in allem, eher positiv als negativ. Die Nutzung der Medien ist für die Heranwachsenden in erster Linie eine Möglichkeit, Kompetenzen zu entwickeln. 81 Prozent der Jugendlichen schützen Ihre Privatsphäre in sozialen Netzwerken. Und die meisten Schulen fördern heute die Nutzung der neuen Technologien für die Vermittlung von Grundfertigkeiten.

Aber bekanntlich gibt es auch beträchtliche Risiken. Und mit denen müssen wir alle uns intensiv beschäftigen. Zivilgesellschaft und Politik sind aufgerufen, ihre Verantwortung wahrzunehmen.

Denn die Gefahren, die im Internet lauern, sind real. Man denke nur an problematische Inhalte wie Gewaltdarstellungen, Pornografie, rassistische Äusserungen, oder etwa Falschinformationen über Magersucht und Drogen. Aber auch die Kommunikation ist potentiell gefährlich: Das Spektrum reicht von Cybermobbing über die Verbreitung erotischer Fotos oder Videos an Dritte bis hin zur Kontaktaufnahme durch Erwachsener mit sexuellen Absichten.

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