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Tages-Anzeiger in neuem Layout

Nach der NZZ hat auch der Tages-Anzeiger die Zeitung renoviert. Fast mit gleichem Konzept, was die Zusammenfassung der Bünde anbelangt, auch weniger, dafür dicker.

Typografisch gibt es mehr Raum für Text, die Erscheinung ist etwas stärker auf schwarz ausgerichtet. Damit werden die Beiden Zürcher Zeitungen NZZ und Tages-Anzeiger einander ähnlicher. Ob das Zufall ist, solide Recherche, was die Leserinnen und Leser der Zeitung wollen, der gleiche Trend im Editorial Design durchschlägt, ist offen.

Bin jedenfalls gespannt auf die Reaktionen.

Filmförderung erkauft zu Gunsten Alkoholwerbung am Fernsehen

National– und Ständerat haben dem Vorschlag der Einigungskonferenz für eine Lockerung des Alkoholwerbeverbots zugestimmt. Konkret geht ging es um das Bundesgesetz über Radio und Fernsehen  Art. 10 Abs. 1 Bst. b.
In der Schweiz war bis jetzt Werbung für Bier und Wein auf allen öffentlich-rechtlichen Sendern verboten. Die unterschiedlichen Positionen des Ständerats, kontra, und dem Nationalrat wurden in der Einigungskonferenz mit 12:13 zugunsten der Position des Nationalrats knapp entschieden.
Damit ist der Weg frei, dass auch auf den öffentlichen Rundfunkanstalten Werbung für Wein und Bier ausgestrahlt werden kann. Ruedi Aeschbacher (EVP) hat als Winkelried bis am Schluss dagegen angekämpft.

„Müssen, sollen wir unsere Gesetze ändern, um auf Geheiss des Auslandes hin das teilweise Verbot bezüglich Alkoholwerbung im Fernsehen bei uns ganz aufzuheben und in allen Fernsehkanälen Alkoholwerbung zuzulassen? Ständerat und Nationalrat haben darüber dreimal diskutiert. Der Ständerat hat sich auf ein allgemeines Verbot der Alkoholwerbung im Fernsehen festgelegt. Dreimal hat er das bestätigt, dreimal hat der Nationalrat die Alkoholwerbung zulassen wollen.“

Sein Antrag wurde jedoch deutlich abgelehnt. Die Positionen der einzelnen Nationalräte [PDF ]

Ob jetzt alle Dämme brechen ist fraglich. Bisher war Werbung für alkoholfreies Bier erlaubt. Defakto wurde das bisherige Werbeverbot damit unterlaufen. Für die Bewerbung der  Biere kamen nicht separate Markennamen zur Anwendung. In der Regel erschien in der Werbung der Biername in Verbindung mit Alkoholfrei.

Wozu hat man das alles aufgegeben und sämtliche Präventionsbemühungen unterlaufen? Es ging um das Förderprogramm für den europäischen audiovisuellen Sektor MEDIA 2007. Der Finanzrahmen beläuft sich auf 755 Mio. Euro für den Zeitraum von 2007 bis 2013.

Wie viel die Schweiz davon profitieren kann, wird sich zeigen. Und ob sich der Preis der Zulassung von Alkoholwerbung auszahlt, ist nicht sicher. Es ist aber gut möglich, dass die Frage, ob Alkoholwerbung im Rundfunk zugelassen werden soll oder nicht aus der Sicht der Jugendlichen völlig irrelevant ist. Mit Internet und Sozialplattformen wie Netlog oder Facebook findet die Kommunikation auf einem medialen Dorfplatz, fern ab etablierter Medien statt. Einigen ist vielleicht noch der Aufruf zum 1. Züri-Botellón (Massenbesäufnis) von Jan Fröhlich via Facebook in Erinnerung.

NZZ in neuem Design und neuem Konzept

Die Neue Zürcher Zeitung hat das Design der Printausgabe leicht renoviert. Der grosse Schritt zur Tabloid-Ausgabe wurde noch nicht gewagt. Man mutet der Leserin oder dem Leser nur kleine Änderungen zu.

Das typografische Konzept ist an die neuen visuellen Gewohnheiten, die man bereits von anderen Printprodukten kennt angepasst. Etwas mehr Luft (weiss) etwas weniger Bleiwüste (schwarz).

Hervorsticht die Headline auf der Titelseite der einzelnen Bünde. Sie enthält Teaser-Texte auf einzelne Artikel innerhalb des Bundes. Man gewinnt so rasch einen Überblick und kann sich entscheiden, wo man mit Lesen beginnen soll.

Die Bünde sind dicker geworden und umfassen verschiedene Rubriken. Das ist etwas problematisch, wenn mehrere Personen die gleiche Ausgabe gleichzeitig lesen. Die Zeitung ist nun nicht mehr so gut teilbar.

Alles in allem sicher eine Annäherung an aktuelle visuelle Konzepte. Der grosse Wurf ist es aber noch nicht. Vermutlich wurde die Chance verpasst die Verknüpfung der Onlinewelt mitzudenken.

Schweizer Medien -> Blog unter www.medien.ch eröffnet

Der Blog medien.ch befasst sich mit neuen Entwicklungen, Friktionen und Abstürzen entlang dem digitalen Graben. Im Mittelpunkt steht der Spannungsbogen zwischen der alten Medienwelt mit Verlagen, Printprodukten, Rundfunkgesellschaften und der neuen Medienwelt mit Benutzer generiertem Inhalt, sozialen digitalen Netzwerken, virtual  and augmented reality.

Wer gerne als Bloggerin oder Blogger mitschreiben will, Mail an christian.hirt@examedia.ch genügt.